| Sächsische
Zeitung 29.8.2006, Seite
18 Dresdner Stadtrundschau
Neuer
Tummelplatz für Seeräuber
und Landratten
von
Josephine Karg
Friedrichstadt.
Der Spielplatz Altona
ist ganz nach dem Wunsch
der Kinder als Schiff
gestaltet.
"Ich will auch hier
hoch." Die Kleine
Jessica (3) guckt mit
erwartungsvollem Blick
hoch zur Stricktakelage,
die zwischen einzelnen
Holzpfählen gespannt ist.
Aber sie ist noch zu klein.
Das ist eher war für die
größeren Kinder. Salome
(7) und Rebecca (10) klettern
bereits wie die Äffchen
in luftiger Höhe. Danach
geht es zur Graffitiwand,
wo sich schon künftige
Profis ausprobieren.
Der Spielplatz "Altona"
in der Friedrichstadt,
Altonaer Straße / Ecke
Behringer Straße, ist
seit letzter Woche die
neue Adresse für kleine
und große Kinder. Das
Besondere ist seine Gestaltung
in Form eines Holzschiffes.
Hier können ab sofort
Seeräuber, Piraten und
Landratten stranden. Der
Bug des Schiffes ragt
dem Besucher selbstbewusst
entgegen, mit einer beachtlichen
Höhe von sechs Metern.
Los geht es von der Kommandobrücke
mit langer Rutsche, Bullaugen
und Strickleitern. Wer
Ausschau nach anderen
Seeleuten halten will,
kann auf den zwei Etagen
hohen Aussichtsturm steigen.
Lange hält es keines der
Kinder an einem Ort, alle
paar Minuten laufen sie
zu einem anderen Winkel
des Spielplatzes, um auch
nichts zu übersehen. "Mir
gefällt einfach alles",
ruft Nadine (7), ehe sie
weiter zur Kommandobrücke
läuft.
"Der Rasen muss noch
wachsen, aber sonst ist
alles fertig. Es wurde
alles nach den Wünschen
der Kinder umgesetzt",
sagt Kathrin Kirchner,
Vertreterin des Stadtplanungsamtes,
Geschäftsbereich Stadterneuerung.
Seit Frühjahr 2005 entstanden
die Ideen und Modelle
zum neuen Spielplatz von
Kindern, Jugendlichen
und Eltern in mehreren
Workshops des Bürgertreffs
Gambrinusstraße 7. Das
Schiff ist bezeichnend
für "Klein Hamburg",
so wie das Gebiet um die
Altonaer Straße einst
genannt wurde.
Der Landschaftsarchitekt
Holm Pinkert hat die Ideen
der Kinder in sein Projekt
mit eingearbeitet. Die
Kosten von rund 200.000
Euro werden aus Fonds
der Europäischen Union
gedeckt.
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